Gemeinde Bieberehren

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Sehenswertes

In Bieberehren

Wohnen, Arbeiten, Freizeit - in der Gemeinde Bieberehren  lässt es sich in allen Bereichen gut leben. Denn unsere schöne Gemeinde hat viel zu bieten. Informieren Sie sich hier über die Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde.

Büchenbach
Büchenbach
Büchenbach
Büchenbach

Das Rathaus

Rathaus

Das Rathaus aus dem Jahr 1612 ist ein Fachwerkbau mit Zierelementen. Ein Kuppeldachreiter schmückt das Satteldach. Im Kuppeldach befand sich früher eine Feuerglocke. Diese wurde durch eine Sirene, die ebenfalls auf dem Satteldach angebracht ist, ersetzt. Im nördlichen Giebel befand sich eine holzgeschnitzte Madonna. Diese wurde renoviert und wird zurzeit im Rathaus aufbewahrt. An der südlichen Giebelseite im Raum hinter dem linken Tor im Erdgeschoss waren bis Mitte der 60er Jahre die Gerätschaften der Feuerwehr untergebracht. Auf der rechten Seite befindet ist die Inschrifttafel mit der Jahreszahl 1612 und dem Namen Georg Dischinger und Mich... Urle...UMT.S (teilw. nicht lesbar) – zu sehen, darunter der Pranger. Die beiden Rundbogendurchgangsgewände haben im Schlussstein je ein Echter wappen. Das Fußbodenniveau im Durchgang war nach Aussagen früher höher gelegen und über mind. zwei Straßen zu erreichen. Der Durchgang ist seit 1958 geöffnet. Im Obergeschoss ist heute ein Verwaltungszimmer und der Sitzungsraum untergebracht. Die Sprechstunden des Bürgermeisters und der Verwaltung finden dort statt sowie die Sitzungen des Gemeinderats. Standesamtliche Trauungen werden im Sitzungsraum abgehalten. 1955 wurden die Fassade und das Dach renoviert. Die Kosten beliefen sich auf 29.000 DM. Darüber hinaus wurden 400 freiwillige Arbeitsstunden geleistet.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul

Bieberehren hat drei Kirchen: die Pfarrkirche, die Marienkapelle und auf dem Eulenberg die Kreuzkapelle. Man möchte daraus Gläubigkeit und Religion, bzw. eine vom Glauben bestimmte Lebensweise der Bürger als auch der Gemeinde ersehen. Das Bestehen der Pfarrkirche gehört einmal zu jeder Gemeinde und wo katholisches Gottesvolk wohnt, muß auch ein Kirchturm zum Himmel zeigen. Die Marienkapelle verdankt ihren Bestand einer frommen Stiftung eines wohlhabenden Bürgers von Aub. Die Kreuzkapelle auf dem Eulenberg soll einer Sage nach durch glückliche Wendung eines Unglücksfalles errichtet worden sein. Kirchen zur Ehre Gottes erbaut, erfüllen eine große, herrliche Aufgabe, können auch viele Sorgen in sich bergen. So die Pfarrkirche in Bieberehren. Hier der amtliche Bericht an die Regierung des Untermainkreises, Kammer des Innern.:

Betreff: Einsturz des Kirchturms in Bieberehren
„In der Nacht vom 1-ten auf den 2-ten um halb 1 Uhr stürzte der Kirchturm der Pfarrkirche von Bieberehren ein und zerstörte dabei auch einen Teil der Kirche selbst.“ Der Bericht trägt das Datum: Aub, am 3. März 1836.

Die Gemeinde war bereits schon von der Behörde gewarnt wegen der Baufälligkeit des Turmes. Im Bericht an die Regierung über die Baufälligkeit werden folgende Gründe angegeben:

„Die Gemeinde an und für sich wenig bemittelt, teils durch Unglücksfälle und schlechtem Haushalt in eine solche Schuldenlast geraten, daß es unmöglich ist, die Kosten auf Einlegung des Turmes, geschweige denn auf Wiedererbauung desselben und die Erweiterung der Kirche, welche gleichfalls sehr notwendig ist, zu bestreiten“.

Daraus ist die Grundursache des Ereignisses zu ersehen. Nun setzt ein langer Prozess von Eingaben und Rückantworten seitens der Behörde ein. Hin und her und immer neue Eingaben und Bedenken tauchen auf, so dass erst im Jahre 1850 der Grundstein für die neue Kirche gelegt werden konnte. Der Streit entbrannte an der Frage: Wer hat die Baulast?

Unter den verschiedenen Bittgesuchen und Bemühungen um die Kirche wieder aufzubauen ist bemerkenswert, dass die Gemeinde Bieberehren mit einem Gesuch an die Regierung herantrat mit der Bitte, dass die Kultusstiftungen der übrigen Bezirke des Kreises beigezogen und subsiduen eine allgemeine Kollekte zur Ermöglichung der Ausführung des Bieberehrener Kirchbaues veranstaltet werden möge. Eine andere Frage entsteht, soll die Kirche neu und größer entstehen, oder können die noch vorhandenen Mauerreste verwendet werden.

Aus dem Bericht der Königlichen Bau-Inspektion finden wir die Antwort:

„Bericht der Königlichen Bau-Inspektion vom 5 ten May 1841" Königliche Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg, Kammer des Innern. Der hohen Weisung vom 23 ten Februar d.J. neben genannten Betreffs gemäß berichtet man unter Rückgabe der Akten des Königl. Landgerichtes Aub folgendes gehorsamst: Das Mauerwerk an der Kirche zu Bieberehren, welches beim Einsturz des Turmes und eines Theiles des Langhauses in der Nacht vom 1 ten auf den 2 ten März 1836 verschont blieb, kann aus doppelten Gründen zum Neubau nicht benutzt werden, denn 1 tens ist solches äusserst ruinös und schon beim Beginn schlecht verbunden aufgeführt, indem die Steine lagerhaft aufgesetzt, nur ...aufgehäuft sind, wie solches bei ähnlichen uralten Gebäuden öfters vorkommt; auch zeigen sich an mehreren Stellen Risse, welche auf ein schlechtes Fundament schließen lassen und 2 tens ist der stehen gebliebene Teil des Langhauses viel zu klein, eng und niedrig, denn die alte Kirche faßte kaum 400 Menschen, während die neu zu bauende wegen der gegenwärtig größeren Bevölkerung und anderen örtlichen Verhältnissen 1200 Menschen aufnehmen muß“.

Es wird weiterhin darauf hingewiesen, dass eine Verlängerung wegen der Nähe des Pfarrhauses nicht möglich sei, wie auch eine Erhöhung nicht möglich sei, „weil man den Mauern keine weitere Last auflegen darf.“

Ferner ist der Beschluss der Regierung, Kammer der Finanzen unter 28. Juni 1841 folgendes beachtenswert:

„Unter den bestehenden Verhältnissen wo durch Staats-Arear als ...Nachfolger der vormaligen Collegialstiftung zum heiligen Stephan zu Bamberg, Dezimator zu Bieberehren sei, werde sich derselbe der Kirchenbaupflicht nicht entziehen können“.

Nach Verordnung vom 11 ten April 1687 sei diese Baupflicht aber (un- oder auscisussidaen) in dem die Kirchen und Pfarrhausbaupflicht für den Dezimator nur dann erst eintrete, wenn der Heilige nach der Gemeinde die Baulast zu tragen vermöge. Ob und wieweit dies nun nicht tunlich erscheine, müsse durch Einsicht der betreffenden Kirchen- und Gemeinderechungen hergestellt werden. Am 12. August 1841 wurden die Gemeinderechnungen von Bieberehren für die Jahre 1826/27 mit 1835/36 vorgelegt. Auf Grund der vorgelegten Urkunden wird erklärt:

„Die Baulast der Kirche zu Bieberehren dürfte nach dem Inhalt der vorgelegten Urkunden wohl unzweifelhaft dem Ärar obliegen, da der Staat (Stand) des Collegialstifts zum Heiligen Stephan zu Bamberg, welches früher Eigentümer der Kirche war, mit allen ihren zugehörigen Vermögen einging (einging-einza) und mit der Erwerbung seiner Rechte auch in dessen Verbindlichkeiten eintrat. Was nun aber 1) die Baulast des Kirchturmes betrifft, so enthalten die abschriftlich vorgelegten Urkunden hierüber keine ausdrücklich und klare Bestimmung. Es bleibt daher zweifelhaft, ob unter den Worten der Urkunde über die Incorporation der Pfarrei Bieberehren: „cum omnibus juribus“ bloß die Rechte und Zugehörungen der Pfarrei an Emolumenden und Bezügen zu verstehen seien, oder ob ihnen auch eine Bedeutung in Beziehung auf die Lasten und Verbindlichkeiten derselben beigelegt werden kann.“

Nach Darlegung der sehr ungünstigen und drückenden Verhältnisse wird eine für ganz Bayern zum Wiederaufbau des Turmes und die Wiederherstellung der Kirche auf Kosten des Staates oder aus den Ärar-(Raten-)—überschüssen anderer Cultus-Stiftungen. Hinweis auf die Bereitwilligkeit der Gemeinde durch freiwillige Beiträge und frohnende Leistungen, mitzuhelfen, fehlte nicht.

Im Bericht des Landgerichtes von Aub vom 14. September 1844 heißt es:

„Die Pfarrkirche zu Bieberehren samt ihrem Turm liegt nun seit dem Jahre 1836, wie sie eingestürzt ist, in Trümmern und der Gottesdienst mußte seitdem in der kleinen ...siegen Kapelle, welche kaum für die Gemeinde Klingen – eine Filiale von Bieberehren – viel weniger für die ansehnliche Pfarrgemeinde Raum genug hat gehalten werden“.

Gesuch der Kirchen- und Gemeindeverwaltung Bieberehren vom 30. September 1844 (Pfarreiakt Reg. 8681):

„Seit dem Monat März des Jahres 1836 liegt die hiesige Pfarrkirche, durch den Einsturz des Turmes ganz zerschmettert, in Trümmern. Das dringende Bedürfnis einer neuen Pfarrkirche dahier war in früheren Berichten des Pfarramtes Bieberehren bereits nachgewiesen, sowie, daß dem Königlichen Ärar die Pflicht des Neubaues obliegen, eine Verbindlichkeit, die es nun um so weniger von sich weisen kann, als dieselbe bei der in außerordentlicherweise großen Belastung der Gemeinde Bieberehren mit Passiven und dem Abgang der erforderlichen Mittel in den Stiftungen, sowohl in dem Gotteshaus als auch in der Kapelle, welche zur Bestreitung der unabweisbaren Bedürfnisse kam zureichen, und bei der erfolgten Herabsetzung des Zinsfußes um so unzulänglicher sein müssen, als Dezimator des großen Frucht- und Weinzehents am Ende doch die Last zu tragen hätte.

Untertänigst gehorsamst unterzeichnete Mitglieder der Kirchen- und Gemeindeverwaltung sehen sich durch die dringende Notwendigkeit aufgefordert, vermüssigt, Königlicher Regierung wiederholt und untertänigst vorzustellen.

Mehr als acht Jahre ist bereits die hiesige Pfarrgemeinde ohne Pfarrkirche und muß sich begnügen, daß der Gottesdienst in der sehr baufälligen, engen und wenig passenden Kreuzkapelle abgehalten wird.

Der Zweck des Gottesdienstes kann bei Abhaltung desselben in der Kapelle durchaus nicht erreicht werden, und sind mannigfache Übelstände unvermeidlich. Die Kapelle faßt kaum die Hälfte der Pfarrgenossen, die andere steht außerhalb derselben, bei Regen und Wind, Hitze und Kälte im Freien. Viele entfernen sich und hören das Wort Gottes nicht an; andere sind wenig erbaut; - die Kapelle ist mit Menschen überfüllt, kein leeres Plätzchen kann mehr ausfindig gemacht werden; es entsteht Drängen, die Andacht leidet, die Gesundheit ist gefährdet, nicht selten sind Übelkeit und Ohnmachten, häufig Störungen, die würdevolle Ausspendung der heiligen Sakramente, sowie deren Empfang ist beeinträchtigt, das Zusammendrängen der vielen Menschen macht den Beichtstuhl schwer zugänglich, das freie und offene Anklagen tritt bei der hier erforderlichen Vorsicht mehr zurück und das Ausspenden der hl. Kommunion ist erschwert; - die Kapelle ist weit von der Schule entfernt, und es sind die Kinder, wenn sie von dieser Kapelle gehen im Winter und bei schlechter Witterung der Verkältung und deren nachteiligen Folgen, welche nicht selten sich schon in Krankheiten zeigen, um so mehr ausgesetzt, da die Mehrzahl derselben wegen beschränkter Vermögensverhältnisse deren Eltern schlecht gekleidet ist und sohin wenig Schutz gegen nachteilige Witterung hat. – Welche Nachteile aus der erwähnten und durch Mangel einer Pfarrkirche herbeigeführten Gebrechen für eine Pfarrgemeinde erwachsen müssen, versteht sich von selbst.

Bei diesen vorhandenen Übelständen ist die Kapelle selbst im baufälligen Zustande, der Turm droht dem Einsturz, und das sehr alte, und mit dünnen Wänden versehene Gebäude hat bedeutende Risse, sodaß mehrseitige Gefahr des Zusammensturzes obwaltet.

Das Innere ist der Würde und Erhabenheit des Gottesdienstes nicht entsprechend, sofort stellt untertänigst gehorsamst unterzeichnete Kirchen- und Gemeindeverwaltung die untertänigste Bitte

„Königliche Regierung wolle sich gnädigst bei der Allerhöchsten Stelle dahin verwenden, daß der Bau einer neuen Pfarrkirche dahier auf Staatskosten im Bälde Allerhöchst genehmigt und ausgeführt werde“.

In tiefster Unterwürfigkeit erharret einer Königlichen Regierung untertänigst gehorsamste Kirchen- und Gemeindeverwaltung:

  • E. Ganz, Pfarrer,
  • Johann Georg Rein, K.-Pfleger
  • Gg Michael Neubert
  • Martin Hillenbrand
  • Michael Müller, Vorsteher
  • Andreas Weith, g.Pfleger
  • Michael Senftinger
  • Andreas Ebert
  • Georg Jaugstetter
  • Johann Schmitt“.

Die Zusammenstellung aller Gründe, die angeführt werden können, um den Wiederaufbau der Pfarrkirche durchzusetzen, nötigt wirklich Anerkennung ab und lässt die ganze Dringlichkeit und das sehnliche Verlangen, wieder eine Pfarrkirche zu haben, erkennen. Zugleich gewinnt man einen Einblick in die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Gemeinde und lässt die schwierigen Seelsorgsverhältnisse in der Pfarrei erahnen. Der schöne, freudig begrüßte Erfolg war die Allerhöchste Genehmigung des Königs mit der Anweisung, dass ungesäumt das weitere Geeignete zu tun sei. Die Genehmigung von 8000 fl. lag bereits am 23.01.1849 vor. Am 21. Juli 1849 erfolgte die Mitteilung des Ministeriums, in der es unter anderem heißt:

„...dann mit Bezugnahme auf die Entschließung des k.Staatsministeriums des Innern für Kirchen und Schulangelegenheiten vom 04 ten v.Mt. eröffnet, daß der unter lit. B in 2 Blättern angefügte Plan zur Wiedererbauung der eingestürzten Kirche in Bieberehren mit dem (dort) eingezeichneten Abänderungen die allerhöchste Genehmigung seiner Majestät des Königs erhalten hat.

Es ist daher im Vollzug der angefügten Ministerial-Entschließung vom 4. Juni l.J. ungesäumt das weitere Geeignete zu verfügen ...daß der Bau genau nach dem auf 850 Personen bemessenen Entwurf geführt und dem obwaltenden Bedürfnissen endlich einmal abgeholten werde.

München, den 21. Juli 1849

Auf Seiner Königlichen Majestät allerhöchster Befehl.“

Behördlicherseits war somit der Bau gesichert. Neue Schwierigkeiten entstanden hinsichtlich der Beschaffenheit des Baugrundes. Wie immer traten verschiedene Auffassungen über die Art der Sicherung für das gewaltige Bauwerk. Bald glaubte man mit Pflöcken den Grund zu sichern oder den Turm auf felsigen Grund zu stellen. Seitenlange Gutachten liegen in den Akten, wobei Anschuldigungen und Verteidigungen seiner Ansichten bezüglich des Unternehmens zum Austrag kamen, bis selbst Baumeister und Zimmermeister sich gegenseitig in einem völlig überflüssigen Prozess verwickelten.

Nach 14 Jahren konnte der Grundstein gelegt werden. Die Weihe erhielt das Gotteshaus am 9. Oktober 1859, wie die Inschrift des Grundsteines und über dem Eingang bekunden. Zum hundertsten Jahrtag der Weihe konnte die Kirche restauriert werden nach zeitgemäßer Auffassung.

Statt farbiger, düsterer Fenster wurden dieselben hell gestaltet, um Licht und sonne hereinzuholen und somit Freude und lebensfrohe Stimmung den Besucher des sakralen, für die Liturgie bestimmten, heiligen Raumes umfangen möge, daß sein Gang zum Gotteshaus und Gottesdienst ein frohes Gehen, ja Schreiten zu Gott sei. Die Altäre und der ganze Raum wurden neu gestaltet. Die Gruppe über dem Hauptaltar schwebend, gibt den ganzen Raum eine Gelöstheit und Feierlichkeit.

Beschreibung der 3 Glocken im Turm der Pfarrkirche in Bieberehren

  • Große Glocke: Durchmesser 100 cm
    Inschrift: AVE MARIA GRATIA PLENA DOMINUS DECUM 10
    IGNATIUS KOPP GOSS MICH IN WÜRTZBURG 1705
  • Mittlere Glocke: Durchmesser 80 cm
    Inschrift: MICH GOSS CZUDNOCHOWSKY J. BACHMAIR NACHF.
    ZU ERDING OBB. 1950
  • Kleine Glocke: Durchmesser 70 cm
    Inschrift: SANKTE MICHAEL ARCHANGELO DEFENTE NOS IN
    PROELIO
    MICH GOSS KARL CZUDNOCHOWSKY 1950 ZU HEIDINGSFELD

(Auszug aus der „Gemeindlichen Chronik Bieberehren“ von Pfr.i.R. Wilhelm Rauch, August 1977)

Die Marienkapelle

Die Marienkapelle an der Hauptstraße ist ein wesentlicher ortsbildprägender Teil des Ortes, wohl Begräbnisstätte des Auber Schultheißen Heinrich Rosskopf, Erinnerungsstätte an den Ortspfarrer Johann Georg Schlimbach, von besonderer ortsgeschichtlicher, volkskundlicher, kunsthistorischer und kunst- handwerklicher Bedeutung, Stätte des Gebets und der Frömmigkeit, zu der früher Leute vom Ort und der Umgebung gepilgert sind.

Sie ist eine besondere heimatgeschichtliche Zeugin, die auf die interessante und reiche Dorfgeschichte, das Geschlecht der Hohenloher und Weinsberger und bedeutsame Persönlichkeiten des Ortes hinweist, eine religiöse Zeugin, die eine besondere Marienverehrung, die Verehrung der Vierzehn Nothelfer und des hl. Nepomuk in unserer fränkischen Heimat erkennen lässt und die in den Votivbildern auf weitere umliegende Wallfahrtsorte aufmerksam macht, eine kunstgeschichtliche Zeugin die in der Architektur des Baukörpers und der Innenausstattung die Stilformen des 18. Jahrhunderts in recht bemerkenswerter Form repräsentiert, ein wesentliches ortsbildbestimmendes Bauwerk Bieberehrens und damit ein unverwechselbarer, einzigartiger Bestandteil der großartigen Kulturlandschaft des Taubertales entlang der Romantischen Straße.

In der Ortsmitte steht die stattliche Kapelle von den Maßen einer kleineren Pfarrkirche. Es wird ihr in der Ortsliteratur, immerhin unter Vorbehalt, eine ehemalige Wallfahrt zugeschrieben. Altbauer Karl Schiffmann notierte 1968 folgendes: „Die Marienkapelle war vor der Reformationszeit eine Wallfahrtskirche, zu der die ehemaligen katholischen Ortschaften Reinsbronn, Freudenbach, Schirmbach und Steinach, die heute evangelisch sind, an den Muttergottesfeiertagen hierher nach Bieberehren gewallt sind. Das alte Beneficiatenhaus stand früher hinten im Garten, der jetzige Standort des Hauses diente bis 1590 als Stehplatz für die Wallfahrer, die in der Kapelle keinen Platz mehr fanden. 1583 besaß die Kapelle drei Altäre. Es waren zu dieser Zeit jedoch keine Paramente (Altar- und Kanzeldecken) vorhanden und es wurden keine Messen gelesen. Konrad von Weinsberg und seine Ehefrau, geborene von Hohenlohe-Brauneck, stifteten 1401 eine Ewige Messe in der Kapelle Unserer Lieben Frau. Der Bürger Heinrich Rosskopf zu Aub, der in der Kapelle begraben liegt 1412 ein Benefizium.

In den letzten Jahren wurde die Kapelle innen und außen renoviert und 2005 fertiggestellt.

Zum Abschluß der komletten Renovierung machten sich mehrere ehemalige und aktive Bieberehrener, Mitarbeiter der Orgelfabrik Laughuf in Weikersheim auf, die alte Otto-Orgel zu restaurieren. Nach vielen hundert Stunden war das Werk vollbracht und am 12. September 2010 erklang die Orgel  erstmalig nach vielen Jahrzehnten wieder während eines Festgottedienste mit Orgelweihe unter  mitwirkung des ehm. Bischofs von Würzburg Paul-Werner Scheele. 

Kunigundenkapelle

Kunigundenkapelle
Tausendjährige Linde

Unsere Kunigundenkapelle ist ein bedeutsames spätromanisches Bauwerk. Die Erbauung fällt in die Blütezeit der Hohenstaufer (1138 -1250). Die Kunigundenkapelle dürfte in der Zeit um 1230 erbaut worden sein. Erbauer der Kirche waren wohl Heinrich von Hohenlohe und sein Sohn Konrad von Hohenlohe, beide Braunecker. Die Kunigundenkapelle war Wallfahrtskirche und Gotteshaus für die Dörfer Buch, Burgerroth, Niedersteinach und die Burg Brauneck, der umliegende Friedhof Begräbnisstätte für die o. g. Ortschaften. Umfangreiche Instandsetzungen und Umbauten erfolgten in den Jahren1608 bis 1609 unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. U. a. wurden die spätromanischen Wandmalereien überstrichen und im Kirchenschiff zwei Spitzbogenfenster (Gotik) eingebaut. Dieser Umbau sollte zur Festigung der Gegenreformation beitragen. Eine Steintafel über dem Südportal aus dem Jahre 1614 weist auf diese Renovierung hin.


Mitte des 18.Jahrhunderts zog auch etwas „Barock“ in die Kunigundenkapelle ein. Die Wände und die Decke wurden stuckiert. Der heutige Hauptaltar wurde im Jahre 1762 errichtet. Stifter war Thomas Klee aus Buch. Das Altarbild zeigt die Heilige Familie. Über den seitlichen Durchgängen stehen rechts die Kaiserin Kunigunde und links Kaiser Heinrich II. Die Altarbilder der beiden Seitenaltäre stellt die „Armen Seelen“ und die „Kreuzigung Christi“ dar. Hinzu kamen noch die Kanzel und die Empore mit Orgel.

Um 1900 wurde nochmals renoviert. Es wurde vieles weiß gestrichen und mit Blattgold verziert. Regelmäßige Gottesdienste fanden nur noch am Kunigundentag (3.März) und am 3. Bitt-Tag statt.

Der Friedhof konnte durch die Kriegswirren ab 1945 nicht mehr genutzt werden. Die Kunigundenkapelle verlor an Bedeutung.

In der Gemeinde Buch war im Jahr 1859 bereits ein neues Gotteshaus errichtet worden. Auch wurde in Buch 1945 am nördlichen Ortsrand ein neuer Friedhof angelegt. Ab den Jahren 1961/62 wurden Grabungen in der Kapelle durchgeführt. Bei der folgenden gründlichen Instandsetzung wurde der heutige Zustand hergestellt.
Der Kunigundenstein:

In ca. 150m, südöstlich von der Kunigundenkapelle befindet sich der Kunigundenstein. Der Legende nach soll die Heilige Kunigunde hier gebetet haben und im Stein ihre Hand-, Knie- und Fußabdrücke hinterlassen haben.

Bildstock an der Gollachbrücke

Der Bildstock wurde 1970 anlässlich des Baues der Gollachbrücke erneuert. Das Original befindet sich in der Pfarrkriche zu Bieberehren. Zur Entstehung des Bildstocks ins nachfolgende Geschichte überliefert.

Vom Taubertal rollt ein Wagen heran,
drin sitzt ein edler Rittersmann.
Berthold von Dalberg im fränkischen Land,
als der kühnste Ritter ja wohlbekannt.
Zur Seiten die Tochter, die heut noch als Braut
dem Edlen von Biberen wird angetraut.
Sie sind dem ersehnten Ziel nicht mehr weit fern,
nur die Gollach trennt sie noch von Bieberehrn.
Denn nach einem nächtlichen Wolkenguß
ist zum reißenden Strom geworden der Fluß.
Die Burg, zum Hochzeitstag festlich geschmückt,
auf der Bergeshöh‘ drüben man schon erblickt.
„Gestrenger Herr Ritter“, der Knappe spricht,
die Furte hier passieren wir nicht.
Zu tief und zu reißend ist die Flut,
drum kehren wir um, nur wohlgemut“.
Aufgebraust der Ritter mit glühendem Gesicht:
„Ha, Wilhelm, da kennst Du den Dalberg nicht.
Er scheut vor keiner Gefahr und Not,
wir setzen hinüber – und ging’s auch zum Tod“.
Da bittet die Tochter mit flehendem Blick:
„Ach, Vater, laß ab, kehr wieder zurück!
Zwar stünde ich heute am Altare so gern,
doch woll’n wir nicht frevelnd versuchen den Herrn.“
„Nein, heut ist die Hochzeit! nur stille jetzt!
Und rasch wird nun gleich hinübergesetzt!“
„So will ich in Gottes Namen hinein –
gehn wir zugrunde, eure Schuld ist‘ allein“.
„Wie, in Gottes Namen sagest Du?
In des Teufels Namen fahr ich zu!“
Er reißt dem Knecht die Zügel aus der Faust,
in der Luft schon schwirrend die Peitsche saust.
Er rast nun mit wildverwegenem Mut
mit dem Wagen hinein in die tobende Flut.
Die Hengste schnauben, der Ritter flucht,
die Wogen rauschen in furchtbarer Wucht.
Da gellt aus den Fluten ein Jammerton,
und fort ist gerissen der Wagen schon.
Der Herr und die Tochter, beide zumal,
sie werden begraben im Wogenschwall.
Der Knecht schwimmt an’s Ufer mit knapper Not
Gott hat ihn errettet vom Flutentod.
Und als Dank für seine Rettung hat er jetzt,
hier an der Gollach diesen Bildstock gesetzt.
(Geschehen im Jahre 1432)

(Auszug aus der „Gemeindlichen Chronik Bieberehren“ von Pfr.i.R. Wilhelm Rauch, August 1977)

Die Kreuzkapelle

In den Jahren 1859/1860 wurde ein zur Kreuzkapelle führender Stationenweg errichtet. In den „Gotteshaus- Stiftungs-Rechnungen der Landgemeinde Bieberehren...für das Etatjahr 1859/60“ steht folgender Eintrag: „Bei einer Stiftung des Georg Kinzinger zu Burggerroth zu Stationen werden diese mit höchster Genehmigung vollständig aufgestellt.“

Unterhalb der Kreuzwegstationen wurde Jahre später ein Ölberg errichtet. Die Jahreszahl 1881 könnte auf das Stiftungsjahr hinweisen.

Aus den Rechnungen für das Etatjahr 1859/60 geht weiter hervor, dass die 14 Stationen von dem Hassfurter Bildhauer Jakob Stößel aus „Burgpreppacher Stein“ geschaffen wurden. Für diese Arbeiten erhielt der Bildhauer 1.545 Gulden. Dem Fuhrmann Rambacher wurden für den Transport der Stationen von Hassfurt nach Bieberehren 200 Gulden bezahlt. Die 270 Stufen hat man 1864/65 gesetzt. 1981 wurde das Käppele, die Kreuzweg- stationen sowie die Kreuzweg- anlage und der Ölberg renoviert.

Die Renovierungskosten beliefen sich auf 82.606,75 DM Darin enthalten sind 39.101 DM für die freiwilligen Arbeitsleistungen.